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Jörg Scholz

Predigt über Matthäus 28, 16-20 am 6. Sonntag nach Trinitatis


Wer ein Buch oder einen gewichtigen Brief schreiben will, wer einen Vortrag ausarbeitet, will natürlich den Lesern oder Zuhörern einen bestimmten Inhalt präsentieren. Aber zwei Fragen wird sich besonders zugewandt werden: Mit welchen Sätzen beginne ich mein Vorhaben – und mit welchen beende ich es? Der Anfang soll das Interesse der Lesenden oder Hörenden wecken; der Schluss das Gesagte oder Geschriebene zusammenfassen oder vielleicht einen Appell für die Zeit nach der Lektüre enthalten. Dasselbe gilt, Sie werden es sicher bedacht haben, auch für eine Predigt. Der Anfang dieser Predigt war also heute eine Bemerkung über den Anfang und das Ende…

 

Ich könnte nun einen Ausflug in die Literaturgeschichte unternehmen, um an Beispielen aufzuzeigen, wie der Autor oder die Autorin ihr Werk begonnen und abgeschlossen haben. „Ilsebill salzte nach“, so beginnt „Der Butt“ von Günter Grass, drei simple Wörter, die einem dennoch das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Das Ende des „Butt“ klingt trauriger: „Ilsebill kam. Sie übersah, überging mich. Schon war sie an mir vorbei. Ich lief ihr nach.“ Und so könnte ich weitermachen. Neulich hat ein mir unbekannter Autor in einem Beitrag für eine große Tageszeitung alle möglichen Szenarien für das Ende der Corona-Pandemie nur mit den Schlusszitaten großer Werke der Literatur an die Wand gemalt: mit hoffnungsvollen und mit apokalyptischen, erschreckenden.

 

Szenenwechsel: Wir begeben uns in die Zeit der Entstehung des Neuen Testaments. Bei den ältesten Schriften, den Paulusbriefen, bewegen wir uns auf einigermaßen sicherem Boden, wenn wir nach ihren Entstehungsbedingungen fragen. Und was die Anfangs- und Endsätze der Briefe angeht, können wir feststellen, dass Paulus sich an die Form des antiken Briefformulars hält. Heute möchte ich aber unser Interesse für die Frage wecken, wie es sich mit den Evangelien verhält, die in den letzten Jahrzehnten des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt geschrieben wurden. Schon die Frage, ob ihre Verfasser so wie Paulus vielleicht auf vorhandene Formen zurückgreifen konnten, entzieht sich einer präzisen Antwort. Und diese Verlegenheit geht weiter: Waren es einzelne, die die Evangelientexte geschrieben haben, waren es nur Männer? Waren es Gruppen in der Gemeinde? Wurde ein Evangelium erst abgeschlossen und dann zum 1. Mal in der Entstehungsgemeinde gelesen – oder wurden die gerade fertigen Abschnitte nach und nach öffentlich gemacht? So könnte man weiterfragen – und kommt vielleicht zu dem Schluss, dass es gut ist, die Details der Entstehung nicht zu wissen und die Heiligkeit der Texte und die Distanz zu ihnen so zu bewahren.

 

Doch die vier Evangelien, die den Weg in unser Neues Testament gefunden haben, sind – wie alles Geschriebene – Literatur und sie legen großen Wert darauf, welche Anfangs- und welche Schlusssätze angemessen sind. Das will ich – und nähere mich dem Predigttext – anhand der jeweils letzten Formulierungen aufzeigen:

„Da verließen die Frauen fluchtartig das Grab, von Zittern und Entsetzen erfasst; und sie sagten niemandem etwas, denn sie hatten Angst.“ So endet das ursprüngliche Markus-Evangelium. Zunächst ratlos bleibt der Leser, bleibt die Hörerin zurück…

„Und das geschah, noch während Jesus die Jünger segnete: Er entschwand vor ihnen und wurde zum Himmel emporgehoben. Sie aber warfen sich vor ihm nieder und kehrten dann voller Freude nach Jerusalem zurück. Sie hielten sich ständig im Tempel auf, um Gott zu loben.“ Der Evangelist Lukas beendet seinen Text mit dem großen Finale der Himmelfahrt Jesu und schildert die Zeit danach mit mutmachenden Worten (als Fortsetzung kommt die Apostelgeschichte).

Das Johannes-Evangelium hat, wenn man genau hinsieht, zwei Buchschlüsse, die gewissermaßen ein Fazit ziehen: Was aber hier aufgeschrieben wurde, soll euren Glauben fördern, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes. Als Glaubende sollt ihr das Leben in seinem Namen haben.“ (so Johannes 20)

„Es gibt noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wollte man das alles im Einzelnen aufschreiben, würde so denke ich die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.“ (so Johannes 21)

 

Und nun der uns allen bekannte Buchschluss des Matthäus-Evangeliums, der Predigttext[1]:

„Die elf Jünger aber begaben sich nach Galiläa zu dem Berg, zu dem Jesus sie hinbefohlen hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich nieder, hatten aber auch Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sprach sie mit den Worten an: Mir ist alle Macht übertragen worden im Himmel und auf der Erde. Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch aufgetragen habe! Und siehe, ich bin bei euch an allen Tagen bis zum Ende dieser Weltzeit.“

 

Bemerkenswert ist: Der Matthäus-Evangelist verlagert das Geschehen nach Jesu Auferstehung wieder an den Anfang: nämlich nach Galiläa. Er verschweigt nicht, dass angesichts der Ereignisse um Jesus auch Zweifel aufkam; er spricht von der Vollmacht des Auferstanden über Himmel und Erde; und er fordert die Jünger (die jungen Christen?) auf, zu den Völkern zu gehen, die Menschen in seine Nachfolge zu rufen und sie alles zu lehren, was er ihnen zu Lebzeiten aufgetragen hat. Und schließlich – was für ein Schlusssatz! – verheißt er seine Gegenwart bis ans Ende der Tage!

 

Ich stelle mir folgende Szene vor: Die Gemeinde, in der das Matthäus-Evangelium entstanden ist, hat sich versammelt. Sie hat erfahren, dass heute die letzten Sätze, die ein einzelner oder eine Gruppe formuliert haben, vorgelesen werden sollen. Sie hören die Worte des Auferstandenen, die bedeuten: Macht euch auf zu den Völkern, tauft und lehrt! Ob es eine Diskussion gab etwa dergestalt: Sollen wir wirklich unsern jüdischen Raum verlassen und hineingehen in die antike, griechisch geprägte Welt? Laufen wir nicht Gefahr, uns mit den römischen Herrschern anzulegen? Wird uns hier nicht zu viel zugemutet? Sollen wir nicht lieber bei dem althergebrachten Glauben unserer Väter und Mütter bleiben? Sind wir nicht tatsächlich zu einem großen Aufbruch aufgerufen?

 

Wir wissen nicht, was sich damals, bei der Erstverlesung des Textes, wirklich abgespielt hat – aber wir spüren: Diese Schlussworte des Evangeliums haben es in sich.

 

Und sie haben ihre gewaltige Wirkungsgeschichte. Ich finde die Zwischenüberschriften in unseren Bibeln, die ja nachträglich in den Text eingefügt worden sind, problematisch. Aber wie lautet die Zwischenüberschrift noch in der revidierten Lutherbibel von 2017 zu unserem Tex? „Der Missionsbefehl“. Und dann müsste ich gleich sarkastisch feststellen: Befehl ausgeführt! Zwangsmissionierung anderer Völker durch Christen, Zwangstaufen in den Kolonien, aggressive Expansion des Christentums bis in unsere Tage hinein!

 

Ob die Ersthörerinnen und -hörer die Worte des Auferstandenen so als Befehl verstanden haben? Oder mehr im Sinne der Zwischenüberschrift der neuen Zürcher Bibel: „Der Auftrag des Auferstandenen“? Wir können als damalige Reaktion nur vermuten, dass sich tatsächlich (wie im Umfeld des Paulus) Frauen und Männer aufgemacht haben, um von Jesus Christus zu erzählen – aber nicht mit Gewalt und Schwert, wie es später geschehen ist. Und das Matthäus-Evangelium kann als ein Dokument gelesen werden, in dem Jesus sich ursprünglich nur an seine jüdischen Glaubensgeschwister wandte, sich dann aber auch den nichtjüdischen Menschen geöffnet hat.

 

Manchmal müssen wir beim Lesen oder Hören von Bibeltexten gewaltige Anstrengungen leisten, um einen Bezug zu uns herzustellen. Der Schluss des Matthäus-Evangeliums aber klingt wie eine Aussendung, die jederzeit gültig ist: „Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch aufgetragen habe! Und siehe, ich bin bei euch an allen Tagen bis zum Ende dieser Weltzeit.“

 

Gegen ein Verständnis dieser Worte als Befehl habe ich mich schon gewehrt. Aber dann: Fühlen wir uns in unserem Christsein angesprochen? Wie nehmen wir diesen dichten Text heute wahr? Fühlen wir uns getröstet und ermutigt durch die Zusage der Anwesenheit Christi bis ans Ende der Tage? Möchten wir andere für unseren Glauben gewinnen? Verstecken wir uns im unüberschaubaren Angebot an Sinnstiftungen oder stehen wir zu unserem Christsein? Wollen wir es eher offensiv leben – oder eher verhalten, vorsichtig? Matthäus berührt mit seinen Schlussworten unser christliches Selbstverständnis.

 

Ich habe viele Fragen formuliert, um deren Antworten wir ringen müssten. Wie vielleicht auch damals gerungen worden ist, als das Matthäusevangelium, in welcher Form auch immer, veröffentlicht wurde. Ich bringe nun ein Beispiel, das mich beschäftigt: In unserem Nachbarhaus wohnt seit einiger Zeit eine fünfköpfige afghanische Familie: Eltern, zwei Jungs und ein Mädchen. Sie verstehen sich als Muslime, ohne dass wir – neben dem Einhalten des Ramadans und dem fünfmaligen Gebet am Tag – viel über ihr Glaubensverständnis wissen. Wir haben fast täglich Kontakt miteinander. Die Haltung meiner Frau und meine ist: Die Familie dort soll schon wissen, dass wir uns als Christen verstehen. Jeden Morgen werden sie durch die Mauern hören, wenn ich auf der Hausorgel einen Choral spiele. Sie wissen, dass wir zum Gottesdienst gehen und ich in der Kantorei singe. Nie würden wir daran denken, diese liebenswürdigen Menschen, die Schlimmes hinter sich haben, zum Christentum zu bekehren. Was wir uns aber wünschen, ist dieses: Dass sie, sollten sie einmal wegziehen, mitnehmen: So also sind Christen, so können Christen sein! Als Erfahrung aus einer guten Nachbarschaft, wo Hilfe geboten wurde und menschliche Begegnungen möglich waren.

 

Ich ziehe diesen Gedanken noch einmal auf eine höhere Ebene: Das 25. Kapitel des Matthäusevangeliums enthält den Text, den wir als das Gleichnis vom „Weltgericht“ kennen. Die Menschen müssen sich verantworten, ob sie Taten der Barmherzigkeit geübt haben: Hungrige sättigen, Fremde aufnehmen, Gefangene besuchen und so weiter. Die Pointe ist: Christus, der Weltenrichter, identifiziert sich mit denen, denen Gutes widerfahren ist: „Was ihr für eines meiner geringsten Geschwister getan habt, habt ihr für mich getan.“ Im Handeln für den anderen Menschen begegnet uns ein universeller Christus. Wenn ich bedenke, wie sehr sich Jesus gerade im Markus-Evangelium mit dem kommenden Menschensohn identifiziert, und bedenke, dass das Wort „Menschensohn“ auch mit „Mensch“ übersetzt werden kann, dann ist der universelle Christus der Mensch schlechthin. Er verkörpert ein Bild vom Menschen, das für alle gelten könnte – jenseits von Religion und Weltanschauung. Dieser will – mein Schlusssatz heute – bei uns sein alle Tage bis zum Ende der Weltzeit. Amen


[1] Alle Bibeltexte benutzen die eigene Übersetzung.






Predigt über 1. Korintherbrief 14 am 2. Sonntag nach Trinitatis

 gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori
gadjama bim beri glassala

glandridi glassala tuffn i zimbrabim
Haben Sie etws verstanden? Wohl nicht. Es war der Anfang eines Gedichts von Hugo Ball, er trug es 1916 in Zürich zum ersten Mal vor. Ball verstand sich damals als Dadaist, die Kunstrichtung wurde nämlich Dada genannt. Zu dem Gedicht heißt es in dem Online-Lexikon Wikipedia: „Gadji beri bimba verzichtet auf eine verständliche Wortdeutung und entzieht sich jeglichem semantischen Zugang. Die Andeutung einer realen Sprache lässt sich eventuell noch in der Zusammenstellung der Verse erahnen, die Konzentration liegt indes vollends auf der klanglichen ‚musikalischen‘ Qualität, die in ihrem Rhythmus und ihrer Tonalität afrikanische Sprachen, kindersprachliche Nachahmungen oder lautmalerische Beschwörungsformeln aufgreift.“

Bei der Uraufführung wurde übrigens auf den Tonfall kirchlicher Liturgien zurückgegriffen…

Sie werden sich sicher gefragt haben, wieso ich auf dieses „Gedicht“ (nennen wir es mal so) gekommen bin. Nun, das hat natürlich etwas mit dem heutigen Predigttext zu tun, der uns aus den fünfziger Jahren unserer Zeitrechnung herüberkommt. Genauer gesagt: aus dem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth, den der Apostel Paulus wohl aus Ephesus geschrieben hat. Aus diesem Brief lese ich jetzt Verse aus dem 14. Kapitel:

Bemüht euch aber auch um die Geistesgaben, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede! Wer allerdings ekstatisch redet, der spricht nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand kann ihn verstehen, im Geist spricht er vielmehr Geheimnisse aus. Wer aber wie ein Prophet redet, der spricht zu Menschen, um sie aufzubauen, zu mahnen und zu trösten. Brüder und Schwestern, seid im Urteilsvermögen keine Kleinkinder, sondern bleibt im Bösen Unmündige, im Urteilsvermögen aber werdet Erwachsene. In der Schrift steht geschrieben: »In fremden Sprachen und durch die Lippen von Fremden will ich zu diesem Volk reden, und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr.« So soll das ekstatische Reden nicht ein Zeichen für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen sein, die prophetische Rede aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. Wenn sich folglich die ganze Gemeinde an einem Ort versammelt und alle ekstatisch reden, und es kommen im Glauben Unerfahrene oder Ungläubige dazu, werden diese dann nicht sagen, dass ihr verrückt seid? Wenn aber alle prophetisch reden und ein Ungläubiger oder Unerfahrener dazukommt, kann ihm von allen ins Gewissen geredet werden, kann er von allen beurteilt werden. Das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er auf sein Angesicht fallen, Gott anbeten und bekennen, dass wirklich Gott unter euch ist.                                                                             (eigene Übersetzung)

Man kann den Text so zusammenfassen: Paulus unterscheidet im Blick auf die Gemeinde in Korinth zwischen „ekstatischem“ und „prophetischem“ Reden. In Korinth gab es ein vielfältiges religiöses Angebot, wobei besonders die hellenistischen Mysterienkulte attraktiv waren. Durch Teilnahme an den Kulthandlungen mit ihren charismatischen Priesterinnen und Priestern wurde das Individuum so gestärkt, dass es sich im Besitz von Geist und Freiheit fühlen durfte, ja vielleicht sogar schon für seine vom Körper getrennte Seele Unsterblichkeit erlangt hatte.

Auf diesem Hintergrund lässt sich der 1. Korintherbrief am sinnfälligsten verstehen. Es ist ja kaum davon auszugehen, dass sich die jungen Christinnen und Christen völlig von ihrer geistigen Herkunft gelöst hatten, sondern dass sich ihr bisheriges „Weltbild“ immer wieder zurückmeldet. Im Falle „ihres“ Apostels Paulus kommt sicher noch dazu, dass bei Paulus selbst „Geist“ und „Freiheit“ zentrale Begriffe sind. So kritisiert er in dem Brief die christliche Gemeinde auch nie grundsätzlich, sieht sich aber veranlasst, die Korintherinnen und Korinther sozusagen vom Himmel auf den Boden herunter zu holen. Markante Punkte, an denen er das tut, sind:

- eine Neigung zu einer an Personen gebundenen Parteienbildung innerhalb der Gesamtgemeinde;

- die Billigung der Prostitution als Ausdruck eines freien Umgangs mit dem gegenüber der Seele zu vernachlässigenden Körper;

- die von einigen behauptete Leugnung der Auferstehung des ganzen Menschen - weil sie sich schon als Auferstandene sahen.

- eine Überbewertung des Geistbesitzes.

Diese Überbewertung des Geistbesitzes hat wohl dazu geführt, dass es bei gottesdienstlichen Veranstaltungen zu lebhaften ekstatischen Vorgängen kam: Menschen gerieten in Trance und sprachen Worte, die die Außenstehenden nicht begreifen konnten. Man nennt dieses ekstatische Reden auch „Glossolalie“. Paulus meint selbst: „Im Glauben Unerfahrene oder Ungläubige werden sagen, dass ihr verrückt seid!“

Mein Dada-Gedicht am Anfang gehört wohl wie die enthusiastische Geistesbewegung in Korinth zu den Vorgängen, die sich verstehender Sprache entziehen. Paulus, der von sich selbst einmal gesagt hat, dass er die Gabe ekstatischer Rede hatte, verurteilt diese nicht pauschal: „Wer allerdings ekstatisch redet, der spricht nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand kann ihn verstehen, im Geist spricht er vielmehr Geheimnisse aus.“

Wir könnten uns jetzt durchaus fragen, wo es solche ekstatischen Phänomene heute noch gibt, und würden auf afrikanische Glaubensformen stoßen oder auf manche Pfingstkirchen, wo „in Zungen geredet“ wird. Ich habe, um das zu bekennen, eine solche Erfahrung selbst nie gemacht oder an vergleichbaren Gottesdiensten teilgenommen. Vielleicht denken wir auch nicht ganz zu Unrecht: Es wäre doch schön, wenn christliche Gemeinden auch heute manchmal so in Bewegung geraten, dass es scheint: Die sind wirklich geisterfüllt.

Der ekstatischen Rede stellt Paulus die prophetische Rede gegenüber. „Wer aber wie ein Prophet redet, der spricht zu Menschen, um sie aufzubauen, zu mahnen und zu trösten.“ Das ist Paulus wichtiger als geisterfüllte Zustände. Mit der prophetischen Redeweise knüpft er sicher an die alttestamentlichen Propheten an, denen es ja weniger um Zukunftsvoraussagen ging, als vielmehr um einen im Gottesglauben begründeten Gegenentwurf zu den herrschenden Gesellschaftsmechanismen. Die prophetische Rede ist nüchtern, aufklärend, dem Menschen in seinen Sorgen und Nöten zugewandt, sie zielt auf Gerechtigkeit. Sie kann, wie Paulus meint, auch von Außenstehenden verstanden werden und diese in den Grundeinstellungen ihres Herzens ändern.

Würden Sie mir zustimmen, wenn ich sage: Die reformierte Tradition weiß sich der: Die reformierte Tradition weiß sich der prophetischen Rede verpflichtet? Das Wort Gottes soll so ausgelegt werden, dass es verstehbar ist. Und dass es als eine Zeitansage in die Welt und Gesellschaft hinein verstanden werden kann. Doch vor zu viel Selbstsicherheit (auch im Blick auf diese meine Predigt) sei gewarnt: Es ist ein ewiges Ringen um die richtigen Worte, es ist eine andauernde Gratwanderung zwischen Glaubensgewissheit und Verzagtheit. Noch konkreter: Wir Predigerinnen und Prediger sind in der Gefahr, uns anzumaßen, die richtigen Worte zu finden – und Ihnen als nicht-predigende Christinnen und Christen geht es letztlich nicht anders, wenn Sie von Ihrem Glauben erzählen. (Ich sage jetzt noch in Klammern: Auch die reformierte Tradition weiß heute von anderen Sprachen des Glaubens wie der Musik, der Kunst und der Poesie – und sie haben ihren Platz auch in dieser Kirche hier, wenn nicht gerade Corona-Lockdown ist.)

Kehren wir noch einmal zum prophetischen Sprechen zurück, wo es darum geht, Gott zur Sprache zu bringen. Das Wagnis des Glaubens schließt ein, dass es keine absolute Sicherheit gibt, wie von Gott zu sprechen ist. Der Mensch, dem sein Christsein wichtig ist, ist immer wieder hineingeworfen in ein Herantasten, in Kreisbewegungen. Wie sagt es Rilke so schön:

„Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise Jahrtausende lang;

und ich weiß noch nicht: Bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang?“

Das Großartige und Ermutigende an Paulus ist, dass er als Apostel und Gemeindegründer zwar manchmal auch ziemlich barsch daherkommt, aber dass er letztlich weiß, dass sein Reden und Schreiben nicht mehr als ein Stammeln ist. Sehr schön schreibt der Leipziger Theologe und Dichter Christian Lehnert in seinem Essay über den 1. Brief nach Korinth:

„Das ist die Schleife, die der Apostel Paulus dreht: Nicht reden und nicht schweigen zu können, nichts sagen zu können und darauf angewiesen sein, dass etwas sagbar wird. Die Sprache des Paulus hat zwei Naturen: Sie gehört dem Menschen und sie gehört dem Gott… Und so stammelt Paulus in klaren Begriffen, so stottert er in rhetorischen Figuren…“

Wie sollen wir von Gott reden, wie können wir zu Menschen reden? Ich antworte mit dem Zusammenhang, in den Paulus selbst seine Rede über ekstatische und prophetische Sprache gestellt hat. Vor dem Predigttext stehen nämlich im 1. Brief nach Korinth diese uns allen bekannten Worte:

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber von ihnen ist die Liebe die größte.

Und die Überleitung zum heutigen Predigttext geht bei Paulus so:

Nach dieser Liebe strebt!

Christian Lehnert schreibt:

„‚Strebt nach der Liebe‘! Das steht allem Sprechen voran. Wenn es etwas zu sagen gibt über die ‚Mysterien‘ des Gottes, dann in der Liebe. Sonst nicht. Ohne Liebe – keine Sprache, keine Welt.“

Ich erinnere noch einmal an das Evangelium dieses Sonntags, das vom Großen Gastmahl handelt. So lautet die Überschrift in der Zürcher Bibel. Mit ziemlich fadenscheinigen Entschuldigungen sagen die geladenen Gäste ab. Und die, die dann eingelassen werden, bilden eine filmreife Schar: die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Gelähmten und die, die sich auf den Wegen und an den Zäunen herumtreiben…

Nehmen wir die Einladung Gottes an? Sind wir bereit, mit liebevollem und wohlwollendem Blick und entsprechenden Taten auf unsere Mitmenschen zuzugehen? Und sie mit prophetischer Rede anzusprechen? In Zeiten, wo Hass und Missgunst zunehmen, ist dieses unsere Christsein mehr denn je gefordert.

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Predigt am Pfingstsonntag 2021 über 1. Mose 11, 1-9

 

Kaum ein Abschnitt der Bibel hat eine so große Wirkungsgeschichte wie der Predigttext für diesen Pfingstsonntag. Wohl alle unter uns werden ihn unter der Überschrift „Der Turmbau zu Babel“ kennen. Es sind nur wenige alttestamentliche Verse im 11. Kapitel des 1. Buches Mose. Aber sie sprechen mit großer Wucht Menschheitsthemen an. Das spiegelt sich in vielen Kunstwerken wider, vor allem aber in der literarischen Aufnahme. Ich nenne aus dem vorigen Jahrhundert nur die Namen Franz Kafka, Alfred Döblin, Stefan Zweig, Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt. In der Bibel nimmt die „Offenbarung des Johannes“ mit der Rede von der „Hure Babylon“, Sinnbild für das imperiale Rom, den Stoff indirekt auf. In unserer Gegenwart tat das zuletzt die Krimiserie „Babylon Berlin“.

 

Wir wollen jetzt den Bibeltext noch einmal hören. Erst bei der Vorbereitung zu dieser Predigt stieß ich darauf, dass die Turmbaugeschichte nicht nur ein Text in sachlicher Sprache ist. Im Hebräischen ist es ein kunstvolles Gebilde, das verschiedene Sprachspiele benutzt, die in einer Übersetzung kaum wiederzugeben sind. Martin Buber, der österreichisch-jüdische Religionsphilosoph, hat in seiner Übersetzung Annäherungen an den Urtext versucht. Und seine Übersetzung will ich jetzt wiedergeben und versuche, beim Lesen des Textes einige der Sprachspiele anzudeuten:

 

„Über die Erde allhin war eine Mundart und einerlei Rede. Da wars wie sie nach Osten wanderten: sie fanden ein Gesenk im Lande Schinar und setzten sich dort fest. Sie sprachen ein Mann zum Genossen: Heran! backen wir Backsteine und brennen wir sie zu Brande! So war ihnen der Backstein statt Bausteins und das Roherdpech war ihnen statt Roterdmörtels. Nun sprachen sie: Heran! bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, sein Haupt bis an den Himmel, und machen wir uns einen Namen, sonst werden wir zerstreut übers Antlitz aller Erde! ER, Gott, fuhr nieder, die Stadt und den Turm zu besehen, die die Söhne des Menschen bauten. ER sprach: Da, einerlei Volk ist es und eine Mundart in allen, und nur der Beginn dies ihres Tuns - nichts wäre nunmehr ihnen zu steil, was alles sie zu tun sich ersännen. Heran! fahren wir nieder und vermengen wir dort ihre Mundart, daß sie nicht mehr vernehmen ein Mann den Mund des Genossen. ER zerstreute sie von dort übers Antlitz aller Erde, daß sie es lassen mußten, die Stadt zu bauen. Darum ruft man ihren Namen Babel, Gemenge, denn vermengt hat ER dort die Mundart aller Erde, und zerstreut von dort hat ER sie übers Antlitz aller Erde.“[1]

 

Wie lässt sich die gewaltige Wirkung dieses Textes, der vielleicht in der Zeit des babylonischen Exils entstanden ist und die Erinnerung an ein großes Bauwerk in Babel aufbewahrt, erklären? Welche Menschheitsthemen werden angesprochen, die über den Lauf der Geschichte hinweg nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüßt haben? Ich fasse sie zusammen:

- die menschliche Hybris und Selbstüberschätzung

- das Menschheitsbedürfnis, sich einen Namen zu machen

- Babel als Moloch einer seelenlosen Stadt

- die Sprachverwirrung des Menschen, die gegenseitiges Verstehen hindert

- Babel als Sinnbild für Heimatlosigkeit und Exil

 

Zu jedem dieser Stichworte ließe sich eine eigene Predigt halten. Nur einige Beispiele aus unserer Gegenwart:

Die menschliche Hybris und Selbstüberschätzung: Die Kernenergie mit der radioaktiven Hinterlassenschaft für unzählige Generationen; die ständige Verfeinerung der Militärarsenale bis hin zur Kriegsführung mit dem Computer; die menschengemachte Erwärmung der Erdatmosphäre; die Gigantomanie der großen Konzerne.

Das Menschheitsbedürfnis, sich einen Namen zu machen: Die Ausbeutung der Natur und Vernichtung vieler Tierarten zugunsten des Menschen; die Eroberung des Weltraums; die Machtbesessenheit vieler Diktatoren überall in der Welt; die sog. neuen sozialen Medien, die Hasspredigern ein gewaltiges Echo verschaffen.

Babel als Moloch einer seelenlosen Stadt: Unmenschliche Wohnsilos; die Mietengestaltung vieler Immobilienbesitzer; die Errichtung von Einkaufszentren am Stadtrand, die fast nur mit dem Auto erreichbar sind; der anhaltende Vorrang für den motorisierten Individualverkehr.

Die Sprachverwirrung des Menschen, die gegenseitiges Verstehen hindert: die Unterdrückung von Minderheiten; Drohgebärden; Strafzölle; Ausweisung von Diplomaten; kein erfolgversprechender Versuch, die Situation in Palästina und andere Konflikte friedlich zu lösen.

Babel als Sinnbild für Heimatlosigkeit und Exil: Die globalen Fluchtbewegungen, mit denen Menschen ihre Heimat vor Krieg, Dürre, Hunger, Unterdrückung verlassen müssen.

 

Diese Liste ließe sich beliebig vermehren und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Die Schlussfolgerung wäre: Warum bringt es seit Urzeiten die Menschheit nicht fertig, sich zu mäßigen, sich zu verstehen, für alle gute Lebensbedingungen zu schaffen? Die Sehnsucht danach ist da, sie ist immer dagewesen; aber der Mensch bekommt es nicht auf die Reihe. Zu unserem Bild von Babel gehört wohl immer, dass Gott den Turm zerstört hat. Aber davon ist gar nicht die Rede; Gott veranlasst die Zerstreuung des Menschen und schafft Unordnung in den Sprachen. Der Bau von Stadt und Turm kann nicht weitergeführt werden. Zersplittert müssen die Menschen leben – und all die damaligen Dramen wiederholen sich seitdem unaufhörlich. Wäre es nicht besser gewesen, Gott hätte die Menschheit zerstört, Schluss, Aus, Ende? Nein, wie bei der Sintflut bringt Gott das nicht über sich und entlässt die Menschheit wieder in das doppelgesichtige Schicksal seiner Existenz: Schuld und Versagen auf der einen und Friedenswunsch und Heimatsuche auf der anderen Seite.

 

Wenn man will, könnte man verzweifeln, resignieren, in Depression verfallen. Aber wir wollen doch leben und suchen nach Bildern heileren Daseins. „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden schenke ich euch; ich schenke euch etwas anderes, als die Welt es geben kann. Euer Herz sei nicht beunruhigt und verzagt.“, sagt Christus im Evangelium des Pfingstsonntags.[2] Und dann gehört zu Pfingsten noch die Geschichte von der Ausgießung des Heiligen Geistes über die jungen Christen in Jerusalem. Der geniale Autor des Evangeliums und der Apostelgeschichte, den wir Lukas nennen, hat sein Bild vom Entstehen der Urgemeinde als einen Gegenentwurf zur Turmbaugeschichte geschrieben. Die ersten Christen waren so begeistert, dass der spöttische Vorwurf erhoben wurde: „Die haben zu viel süßen Wein getrunken“. Aber was bewirkt der Heilige Geist, der vom Himmel herniederfährt? Die Menschen des Völkergemischs, das in Jerusalem zusammengekommen war, können sich plötzlich verstehen – obwohl sie verschiedene Sprachen sprechen! Und Petrus erklärt das Neue, das mit Pfingsten gekommen ist, mit Worten aus dem Alten Testament so: In den letzten Tagen wird es geschehen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist auf alle Menschen ausgießen werde, und eure Söhne und eure Töchter werden prophetisch reden und eure jungen Leute werden Visionen und eure Alten Träume haben.“ Der Geist will eine neue Kommunikation über alle Sprachgrenzen hinweg schafffen.

 

Etwas ironisch könnte ich sagen: Heute ist das Englische fast zur völkerbindenden Sprache geworden. Jeder dritte Ladenbesitzer meint, er müsse mit einem englischsprachigen Schild vor der Tür seine Produkte anpreisen. Der von mir nicht sonderlich gemochte FC Bayern München wirbt neuerdings für sich mit den Worten: „Together in Munich. Together in the World.“ Die Frage ist: Selbst wenn alle Englisch sprechen würden – in welchem Geist geschieht das?

 

Ich musste daran denken, dass ich, des Finnischen nur bruchstückhaft mächtig, dort immer gerne in den Gottesdienst gegangen und mich zu Hause gefühlt hatte, weil der liturgische Ablauf mir über die benutzte Sprache hinaus vertraut war. Nicht viel anders ergeht es mir in katholischen Messen. Die gottesdienstliche Form verbindet und entfaltet eine Kraft. Das sind nur kleine Zeichen der geistvollen Überwindung von Sprachbarrieren. Doch über die Liturgie hinaus ist es doch noch mehr, was in Jesus begonnen hat und pfingstlich bekräftigt wurde: Der Wunsch nach einer Menschheit, die sich in Frieden und mit Liebe begegnet. Davon sollten wir ein Teil sein – mit dem Beitrag, den jede und jeder dazu leisten kann.

 

Vor ein paar Wochen hat ein Münchner Theologe, Jörg Lauster, ein Buch mit dem Titel: „Der Heilige Geist – Eine Biographie“[3] veröffentlicht. Kann man vom Heiligen Geist eine Biographie schreiben, wie man eine Biographie von irgendeiner Person schreiben kann? Nun, Lauster zeigt, dass das geht, indem er der Rede vom Heiligen Geist vom Anfang der Schöpfung, wo der Geist Gottes über dem Wasser schwebt, bis in unsere Gegenwart nachgeht. Es ist ein faszinierender Gang durch die Theologie- und Geistesgeschichte des Westens. Es zeigt, wie die Rede vom Geist in allen Epochen die Menschen beschäftigt hat. Als Gegenstand persönlicher Erfahrung wie bei Paulus, Augustinus und den Mystikerinnen und Mystikern des Mittelalters. Als Freiheitserfahrung wie in der Renaissance. Als Motor der Geschichte wie bei Hegel. Als Spurensuche nach dem Guten im Menschen wie bei Albert Schweitzer. Als Antipode zu dem, was wir Natur nennen. Es bleibt eine offene Frage, welchen Geist wir heilig nennen können – und wo wir, das führt uns noch einmal zur Geschichte vom Turmbau zu Babel zurück, von einem Ungeist sprechen müssen.

 

Wir müssen uns vor Augen führen: Die Rede vom Heiligen, von Gottes Geist bindet uns an unseren Kulturkreis, den ich verkürzend den jüdisch-christlichen nennen möchte. Dieser Gottesdienst heute ist Teil des geistesgeschichtlichen Stromes, zu dem wir uns – etwa vorhin mit dem Glaubensbekenntnis – zugehörig fühlen. Andere Kulturen, andere Religionen haben ihren je eigenen Audruck der Geistbewegungen.

 

Aber vielleicht drückt das Ende von Lausters Buch etwas aus, das alle Menschen guten Willens miteinander verbindet; ich zitiere es:

„Es gehört zum Wesen des Geistes, dass er sich so wenig festhalten lässt wie der Wind. Seine Gegenwart ist ein Rauschen in der Welt. Nichts von seiner Gegenwart lässt sich mit kristallklaren Kriterien beweisen. Doch eine Biographie des heiligen Geistes kann Erfahrungen und Beschreibungen zusammentragen, die sich als Indizien seiner Gegenwart beschreiben lassen. Das könnte reichen, um ein Leben in der Ahnung zu riskieren, dass mit dieser Welt etwas gewollt und gemeint ist – und damit auch mit uns selbst.[4]

 

Ich würde sagen: Gott hat mit dieser Welt etwas gewollt und gemeint, das mehr ist als das Bauen von Türmen.

 


[1] Lutherbibel 2017:

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde. Da fuhr Gott der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und Gott der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des Andern Sprache verstehe! So zerstreute sie Gott der HERR von dort über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil Gott der HERR daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde.


[2] Johannes 14, 23-27


[3] Jörg Lauster, Der Heilige Geist – Eine Biographie, München 2021


[4] Hervorhebungen von mir.